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Wenn das Waldhorn wieder rockt
veröffentlicht am 02.11.2010

Heimsheim Halloween-Party mit Daedalous: das Publikum findet es klasse, "dass man danach heimlaufen kann". Von Julia Knorr  / Leonberger Kreiszeitung

Laute Rockmusik erfüllt den Raum, der junge Mann am Mikrofon hat lange, lockige Haare und einen dunklen Mantel an. Mal hebt er die Arme zur Decke, mal geht er auf die Knie - er ist mit vollem Einsatz dabei. "Emptiness is all I see", singt er gerade. Nichts als Leere sieht er also - dafür braucht er allerdings gerade viel Vorstellungskraft, denn die alte Scheune, in der das Konzert von Daedalous stattfindet, ist gerappelt voll mit Zuschauern. Auch dieses Jahr ist die Halloween-Party im Heimsheimer Kulturgasthof Waldhorn also wieder ein voller Erfolg.

Seit Doris Dürr und ihr Mann Arnold Worresch das Waldhorn 2007 eröffnet haben, wird die Party veranstaltet. Auch die Rockband Daedalous aus Heimsheim ist seitdem dabei. "Sie begeistern das Publikum immer mehr", berichtet Doris Dürr. "Das Können ist da, und sie stellen immer etwas ganz Neues zusammen." Auch für die Musiker samt der Managerin Margot Rosenberger ist das Konzert im Waldhorn schon zu einem festen Termin geworden.

Ihre Musik bezeichnet die fünfköpfige Band als "progressive Rock". "Es gibt nicht mehr viel handgemachte, komplizierte Musik", erklärt Robin Rosenberger, Gitarrist und Gründungsmitglied. "Wir machen Sound, der zeitgemäß ist, und kombinieren ihn mit anspruchsvollen Elementen", erklärt er. Auch der Bühnenauftritt der seit elf Jahren bestehenden Rock-Gruppe ist ausgefeilt. Vor kurzem haben sie sich ein einheitliches Bühnenoutfit zugelegt. Denn sie arbeiten nicht nur an ihrer Musik, sondern auch an ihrem Image. Unterstützt werden sie dabei auch von Carola Kretschmer, Rockgitarristin bei Udo Lindenberg.

Die Managerin Margot Rosenberger sucht jedes Jahr die Bands aus, die das Halloween-Konzert mitgestalten. Dieses Jahr ist ihre Wahl auf die Coverbands Gigbänd aus Calw und X-Rate aus Karlsruhe gefallen. "Unser Repertoire ist kunterbunt, wir spielen querbeet Sachen, die uns berühren", definiert Michael Knödel, Gründer der Gigbänd, das Programm. Obwohl es die Gruppe schon seit vier Jahren gibt, ist das Konzert im Waldhorn der erste öffentlicher Auftritt. "Ich habe hohe Ansprüche", erklärt Michael Knödel, "aber mittlerweile sind wir zu gut für den Proberaum. Wir gehören auf die Bühne!"
"Für uns steht der Spaß im Vordergrund, und das merkt das Publikum", meint Reinhold Bittner, Schlagzeuger von X-Rate. "Und wenn nicht, sagen wir es ihm", setzt er augenzwinkernd hinzu. Das ist heute jedoch nicht nötig. Trotz später Stunde lässt X-Rate keine Müdigkeit aufkommen. Mit ansteckender Begeisterung spielen sie sich durch Lieder wie "Harder to Breathe" von Maroon 5 oder den 80er-Jahre-Hit "Eye of the Tiger" von Survivor.

"Voll geil, die Stimmung ist echt gut", sagt Stefan Völter. Auch Sarah Lorenz findet den Abend super. "Es ist toll, wenn man nach einem Konzert mal nach Hause laufen kann", sagt die Heimsheimerin.

Im Herbst und Winter, wenn Arnold Worresch seine Fahrräder aus der alten Scheune geräumt hat, finden bis zu einmal im Monat Konzerte oder andere Events im Waldhorn statt. "Jetzt kommt bald wieder die Essenz-Zeit mit unserem Kunsthandwerkermarkt", gibt Doris Dürr einen Ausblick. Ende Dezember veranstalten die Heimsheimer einen Karaoke-Abend, und um Weihnachten herum wird es ein Christmas-Rock-Konzert geben.